Gerade ein paar Jahre ist es her, als ich voller Elan meine Ausbildung abgeschlossen habe und mich nach einer neuen Stelle umsah. Ich wusste eigentlich nur, dass ich von meinem Ausbildungsbetrieb weg wollte und schließlich standen mir ja alle Möglichkeiten offen.

Peinliches Vorstellungsgespräch auf Englisch

Peinliches Vorstellungsgespräch auf Englisch

Eine wichtige Erkenntnis

Zunächst musste ich eine wichtige Lektion für’s Leben lernen: Es war leider nicht so, dass die ganze Welt nur auf mich gewartet hatte. Genau genommen interessierte sich niemand für eine frisch ausgelernte Informatikkauffrau, die zwar mit einem 1er-Zeugnisschnitt aufwarten konnte, aber dafür keine Berufserfahrung hatte.

Erstes Erfolgserlebnis

Kommt Zeit, kommt Rat – und früher oder später kam auch die Einladung zu einem Vorstellungsgespräch bei einem Personaldienstleister. Ich war sehr nervös, denn eigentlich war das mein erstes richtiges Vorstellungsgespräch. Ich zog mir also extra busy einen Nadelstreifenanzug an und machte mich super aufgeregt auf den Weg nach München.

Das Vorstellungsgespräch bezog sich allgemein auf Stellen im Bürobereich. Die Dame, die mich empfing, begrüßte mich herzlich und ich fühlte mich spontan wohl. Ich wusste aber irgendwie auch instinktiv sofort, dass sie mich auf Herz und Nieren prüfen würde. Sie stieg relativ seicht ein und befragte mich erst einmal zu meiner schulischen Ausbildung und ging dann zur Berufsausbildung über.

Der richtige Hammer kam dann aber erst: Sie sprach mich auf meine Sprachkenntnisse an, die ich im Lebenslauf angegeben hatte. Ich hatte angegeben, dass ich Englisch in Wort und Schrift sehr gut und Französisch gut beherrschen würde. Schließlich war ich ja in der Realschule ganz gut in beiden Fächern. Allerdings war meine Gesprächspartnerin wohl auf ein anderes Niveau eingestellt. Denn nachdem ich ihr meine Angaben im Lebenslauf bestätigt hatte, wechselte sie plötzlich von Deutsch auf Englisch. Sie bat mich auf Englisch, ihr meine wichtigsten Charakterzüge zu beschreiben. Vor lauter Nervosität brachte ich kein einziges Wort heraus – die Dame hatte mich dabei auf dem vollkommen falschen Fuß erwischt. Nach einigem Gestammel brach sie diesen Versuch dann aber schnell ab.

Was lernen wir daraus?

Ich habe in diesem Vorstellungsgespräch zwei wichtige Lektionen gelernt. Zum einen bin ich mir heute dessen bewusst, dass man Fähigkeiten immer mit zweierlei Maß messen kann. Nur weil man selbst der Meinung ist, dass man etwas gut kann, heißt das noch lange nicht, dass das auch die anderen Menschen so empfinden.

Tipp: Wenn Sie sicher gehen möchten, dass Ihnen das nicht passiert, befragen Sie am besten vor dem Vorstellungsgespräch Personen, die Ihre Fähigkeiten einschätzen können. Diese können Ihnen sagen, wie Ihre Fähigkeiten objektiv eingestuft werden können. So können Sie im Lebenslauf von vornherein ein realistisches Leistungsniveau angeben, das Sie hinterher auch unter Beweis stellen können.

Die zweite Lektion war, dass bei Bewerbungen Ehrlichkeit gefragt war. Denn unabhängig davon, ob ich nun mit Absicht sehr gute Englischkenntnisse angegeben hatte, obwohl ich diese nicht hatte, oder ob es sich lediglich um einen Maßstabsfehler handelte – der Gesprächspartner wird in den meisten Fällen grundsätzlich von ersterem ausgehen.

Tipp: Bleiben Sie im Lebenslauf immer ehrlich! Auch wenn Ihre Angaben noch so besonders erscheinen mögen – machen Sie sich darauf gefasst, dass Ihr Gegenüber Sie dazu befragen wird. Und vielleicht treffen Sie zufällig auf jemanden, der Ihr (erfundenes) Hobby mit Ihnen teilt. Um dieser Erklärungsnöte zu vermeiden, sollten Sie immer bei der Wahrheit bleiben.



© Jobsuche info 2011

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