
Bewerbungsgespräch: Telfonisch nachhaken
Warten ist ätzend! Das gilt auch für die Zeit nach einem Bewerbungsgespräch. Wenn man wochenlang von dem Unternehmen nichts gehört hat, sollte man Eigeninitiative beweisen und unbedingt nachhaken. Doch auch hier sollte man sich bestens vorbereiten.
Hat man erst das Vorstellungsgespräch mit Bravour gemeistert, kann man sich zumindest über einen Teilerfolg freuen. Doch oft lassen Personaler eine gefühlte Ewigkeit vergehen, bis man was von der Entscheidung zu hören bekommt. Um gegen diese zermürbende Zeitspanne anzukämpfen, empfiehlt es sich mittels eines Anrufs nachzufragen.
Das verschafft in erster Linie Klarheit, ob ich mir weitere Hoffnung auf den Job machen kann oder ein anderer Bewerber den Jackpot geknackt hat. Zudem bringt das Nachhaken auch einige Vorteile. Ist die Entscheidung nämlich noch nicht gefallen, erlangt man durch das telefonische Nachfragen zusätzliche Aufmerksamkeit. Wenn man dann noch höflich und nett ist, kann das durchaus der entscheidende Zusatzpunkt für sie als Bewerber sein.
Dabei stellt sich natürlich auch die Frage, wann soll ich anrufen? Ein Tanz auf Messers Schneide. Ruft man zu früh an, wirkt man ungeduldig, ruft man zu spät an, wirkt man nachlässig. Daher sollte man unbedingt am Ende des Bewerbungsgesprächs einen ungefähren Zeitraum erfragen, wann mit der Entscheidung für die Jobvergabe zu rechnen ist. Ist die angepriesene „Deadline“ eine Woche überfällig, ist die Zeit für eine telefonische Nachfrage gegeben.
Dieses durchaus wichtige Telefonat sollte aber nicht zwischen Tür und Angel oder während der Autofahrt oder sonst wo stattfinden. Wer seinen potentiellen neuen Arbeitgeber anruft, muss sich auch beim scheinbar simplen Anliegen vorbereiten und für ein ruhiges Umfeld sorgen. Die Bewerbungsunterlagen sind griffbereit und ein Zettel mit eventuellen Zusatzfragen liegt ebenfalls bereit. Schließlich kann der kurze Informationsplausch schnell zum Bewerbungsgespräch mutieren.
Eine Selbstverständlichkeit beim telefonischen Nachfragen sollte sein, dass man sich höflich und nett vorstellt – auch wenn der Ansprechpartner an der Strippe ist, mit dem das Bewerbungsgespräch geführt hat. Denn es ist wohl davon auszugehen, dass der Personaler mit mehreren Kandidaten gesprochen hat.
Die Frage nach dem aktuellen Stand der Dinge darf auf keinen Fall fordernd, vorwurfsvoll oder negativ klingen. Sätze wie „Die Stelle wurde doch bestimmt schon vergeben“ oder „Ich hätte von Ihnen gehört, wenn ich in der engeren Auswahl stehe“ gleich aus dem Kopf streichen. Ist die Entscheidung noch nicht gefallen, sollten sie die Gunst der Stunde nutzen und nach dem weiteren Verlauf fragen.
Wer sich hinsichtlich seines Verhaltens am Telefon unsicher ist, sollte das Gespräch mit Freunden durchgehen und üben.
© Jobsuche info 2011

Wurde eine passende Stellenanzeige gefunden, auf die es sich zu bewerben lohnt, kann man sich ja gleich an die Bewerbung machen. Wurde in der Stellenanzeige nach der eigenen Gehaltsvorstellung gefragt, wartet aber schon der erste Stolperstein. Wie viel bin ich eigentlich einem Unternehmen wert und was kann ich fordern?
Das Thema Geld ist in Bewerbungen meist ein heikles Thema. Nicht umsonst sagt der Volksmund: Über Geld spricht man nicht! Daher kommt es nicht selten vor, dass sich Bewerber zum Thema Gehaltsvorstellung innerhalb des Anschreibens gar nicht äußern. Auch nicht, wenn man in der Ausschreibung extra dazu aufgefordert. Um die Chancen auf eine Anstellung nicht frühzeitig auf ein Minimum sinken zu lassen, sollte man in der Bewerbung immer die Wünsche des Arbeitgebers, die via Stellenausschreibung vermittelt wurden, erfüllen.
Die Gehaltsvorstellungen sollten im Anschreiben aus strategischer Sicht ganz weit unten angeführt werden. Vorab gilt es, seine Motivation und Qualifikation zu nennen, die dann das Jahresgehalt rechtfertigen würden. Das sollte ziemlich präzise formuliert werden. Am besten zum Ende des Anschreibens in einem kurzen Satz seine Vorstellungen bekannt machen, wie folgendes Beispiel verdeutlicht: „Ich strebe ein Bruttojahresgehalt von xxx Euro an.“
Ist man sich unsicher, kann man eine Preisspanne nennen. Das kann dann der Fall sein, wenn man nicht genau weiß, wie es mit Wochenend- und Feiertagsdiensten oder Dienstreisen aussieht. Dann sollte die Formulierung folgendermaßen klingen: „Ich strebe ein Bruttojahresgehalt zwischen xxx bis xxx Euro an. Genauere Angaben möchte ich erst nach weiteren Informationen über die ausgeschriebene Stelle geben.“
Die Preisspanne sollte dabei natürlich überschaubar sein.
Bei der Gehaltsfrage wird jeder Bewerber zum Pokern animiert. Setze ich alles auf eine Karte und geh höher ran oder ist tiefstapeln angesagt, um so seine Jobaussichten zu verbessern?
Ganz klar: Bei überspitzten Forderungen hat sich das mit der Bewerbung schnell erledigt. Als Ausgangspunkt sollten sie ein etwas höheres Gehalt als das bisherige ansetzen. Dabei spielt natürlich auch der potentielle neue Arbeitgeber eine Rolle. Handelt es sich um ein kleines Familienunternehmen oder einen Weltkonzern. Und wer seine Gehaltsforderung zu tief ansetzt, muss jetzt nicht fürchten, dass man in den kommenden Jahren auf diesem Lohnniveau bleibt.
Sie können davon ausgehen, dass ihr Gehalt an die Bezüge der Kollegen mit gleichem Aufgabenfeld angepasst wird. Wenn nicht vom ersten Tag, dann meist nach ein paar Monaten. Schließlich kann unterschiedliches Gehalt bei gleicher Arbeit nur zu Motivationsverlust und schlechter Stimmung auf dem Arbeitsplatz führen. Und daran ist eigentlich kein Chef interessiert.
Berufseinsteiger sollten für die Angabe ihrer Gehaltsvorstellungen Gehaltsvergleiche im Internet, Berufsverbänden oder Gewerkschaften durchstöbern. Aber auch der Tarifvertrag oder Kollegen können hilfreiche Angaben für die realistische Gehaltsvorstellung nennen.
© Jobsuche info 2011
Viele Menschen haben das Problem, dass es Abschnitte in ihrem Leben gibt, die sie ihrem zukünftigen Arbeitgeber lieber verschweigen möchten. Doch wo soll man hin damit? Am besten lässt man sie einfach raus – denn was der Personalchef nicht weiß, macht ihn nicht heiß. Aber halt – falsch gedacht!

Wenn Sie in Ihrem Lebenslauf zeitliche Lücken offen lassen, regt das eigentlich im Endeffekt nur die Phantasie der Personalchefs an. Die meisten Personaler haben einen Blick für solche Lücken und bemerken diese sogar, wenn sie einen Lebenslauf nur flüchtig überfliegen. Unweigerlich fragen sie sich, was so schlimm sein kann, dass man es verschweigen muss. Und da ja nicht dasteht, was Sie während dieser Zeit gemacht haben, bleibt viel Raum für Vermutungen. Und die sehen meistens nicht gerade positiv aus.
Sie haben sich nach dem Studium oder zwischen zwei Stellen einen längeren Urlaub im Ausland gegönnt? Sie haben sich eine berufliche Auszeit genommen? Stehen Sie am besten dazu! Es gibt keinen Grund, warum Ihnen eine Auslandsreise peinlich sein sollte. Schließlich haben Sie dabei auch Ihren Horizont erweitert und machen sich dadurch auch etwas interessanter.
Machen Sie sich immer bewusst, dass Sie im Normalfall spätestens im Vorstellungsgespräch danach gefragt werden, was Sie während dieser Zeitspanne gemacht haben. Wenn Sie erst jetzt mit der Sprache herausrücken, kann dies aussehen als würden Sie sich verteidigen. In vielen Fällen werden Sie es aber mit Lücken im Lebenslauf gar nicht erst in ein Vorstellungsgespräch schaffen. Dies liegt daran, dass die Personalchefs hinter einer Lücke einfach grundsätzlich etwas Negatives vermuten – etwas Positives müsste ja nicht verschwiegen werden.
Ihre Lücken im Lebenslauf können Sie mit ein bisschen Kreativität ganz leicht füllen. Oberstes Gebot ist dabei: Erfinden Sie keinesfalls berufliche Stationen, denn solche Lügen fliegen früher oder später immer auf und können dann sogar einen Grund für die Anfechtung Ihres Arbeitsvertrags darstellen.
Lücken im Lebenslauf lassen sich gut durch Weiterbildungszeiten ausfüllen. Sie haben während dieser Zeit vielleicht einen Sprachkurs absolviert oder eine Bildungsreise ins Ausland unternommen? Erwähnen Sie dies hier ruhig. Wenn Sie aktuell arbeitssuchend sind und dies bereits seit einer geraumen Zeit, sollten Sie Ihren Lebenslauf mit einer Beschreibung Ihrer Fähigkeiten und Erfahrungen beginnen. Auch relevante Weiterbildungen können hier genannt werden.
Sollte Ihr Lebenslauf – aus welchen Gründen auch immer – aussehen wie „Kraut und Rüben“, sollten Sie dem Personalchef Ihre Geschichte besser persönlich erzählen. Lassen Sie sich hierzu entweder direkt einen Termin geben oder sprechen Sie telefonisch mit ihm. So haben Sie die Chance, mögliche Vorurteile, die sich aufgrund Ihres Lebenslaufs ergeben würden, von vornherein auszuräumen.
© Jobsuche info 2011