Wenn ein Mensch mit weißem Kittel, aber ohne Medizinstudium vorgibt, ein Arzt zu sein, dann werden ihn die Mühlen der Justiz gnadenlos zerquetschen, sobald dieser Schwindel auffliegt. Ganz egal, wie zufrieden seine Patienten mit ihm gewesen sein mögen. Mit der Psychologie verhält es sich paradoxerweise genau anders herum.

Wenn Personalentscheider Psychologe spielen
Da fühlt sich jeder, der in seinem Leben schon mal eine eigene Gemütsregung verspürt hat, dazu berufen, sich selbst zum Psychologen zu krönen. Dann wird ohne Hochschulabschluss, aber mit wichtigem Gesicht, nach Herzenslust in den Gedärmen des seelenbezogenen Fachwissens gewühlt. Und das Publikum dieser absurden Posse erzittert demütig in Ehrfurcht. Dieses bunte Treiben unter dem fadenscheinigen Deckmäntelchen missbrauchter akademischer Erkenntnisse könnte man nachsichtig belächeln – wenn nicht ausgerechnet Personalentscheider diese dehnbare Spielwiese für sich entdeckt hätten.
Und so mutiert man vom Job-Bewerber im Handumdrehen zum Verdächtigen, während aus Personalern plötzlich selbst ernannte Fachgutachter werden, die glauben, fundierte Persönlichkeitsgutachten erstellen zu können und zu dürfen. Statt gegen diesen offensichtlichen Amtsmissbrauch entschlossen vorzugehen, buckeln beflissene Karriereberater vor den Kaisern ohne Kleider und geben den entrechteten Arbeitssuchenden scheinheilige gute Tipps, wie sie diese Farce namens “Einstellungstest” am besten bestehen können.
Was wird nun bei diesen Einstellungstests geprüft? Zum einen die numerische, die räumliche und die sprachliche Intelligenz, also die wichtigsten Basis-Faktoren im Intelligenzprofil. Dann die Konzentrationsleistung. Damit wäre der differentialpsychologische Bereich der Leistung abgedeckt. Für den Bereich “Charakter” gibt es dann noch Verhaltenstests unterschiedlicher Perfidiegrade. Zusammen mit der klinischen Anamneseerhebung, pardon, dem Bewerbungsgespräch, wären dann alle Grundzutaten für die Gutachtenlegung beisammen.
Nur eines fehlt leider oft: Der ausgebildete, qualifizierte Psychologe, der die nackten Fakten so korrekt zu übersetzen versteht, dass hinterher kein gequirlter Yotz, sondern eine realistische Persönlichkeitsbegutachtung entsteht. Und selbst wenn sich mal ein studierter Psychologe in die Personalabteilung verirrt haben sollte, der dort guten Gewissens sein solide erlerntes Handwerk ausübt, so wird der ehrlicherweise zugeben müssen, dass eine firmeninterne Persönlichkeitsbegutachtung bestenfalls schwach positiv mit der späteren Arbeitsqualität des Jobaspiranten korreliert. Das ganze ist also nicht nur unmoralisch, sondern auch höchst ineffizient.
Darum müssten meiner Meinung nach diese als “Einstellungstests” verschleierten Persönlichkeitsbegutachtungen schlichtweg verboten werden.
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Der richtige Umgang mit dem Chef
Unstimmigkeiten zwischen Vorgesetzten und Angestellten stören nicht selten den Berufsalltag im Büro oder Betrieb. Es fehlt oft an der nötigen Kommunikation. Dabei gilt im Job wie im Privatleben: „Wenn das Schweigen zu groß wird, ist die Beziehung am Kippen“. Wir zeigen Wege aus der Krise.
Schuld ist bekanntlich immer der andere. Der Boss ist kalt, unzugänglich und knauserig – jammern die einen, die Mitarbeiter sind faul und fordern zu viel – klagen die anderen. Der Angestellte will Anerkennung und gute Umgangsformen, der Chef verlangt Engagement und Zuverlässigkeit. Und genau da sitzt der Haken.
Das Problem ist, dass viele Führungskräfte oft nur die Sachebene sehen. Die für viele Arbeitnehmer bedeutsame Beziehungsebene bleibt außen vor. Die Kommunikation zwischen beiden Parteien bleibt da nicht selten auf der Strecke. Das vergiftete Betriebsklima drückt auf die Stimmung und schmälert die Arbeitsleistung. Dieser Mechanismus ist längst bekannt und die Lösung für die Problematik erstaunlich simpel. Es reichen schon wenige Regeln, um das angespannte Verhältnis zwischen Chef und Angestellten zu entkrampfen.
Wenn man sich in die Rolle des anderen hineinversetzt, könnten etliche Konflikte im Job bereits gelöst werden. Ein Mitarbeiter sollte sich beispielsweise nicht gleich auf dem Schlips getreten fühlen, wenn der Chef eine Email unbeantwortet lässt. Vielleicht warten im Postfach 50 (teils wichtigere) Mails, die peu a peu abgearbeitet werden müssen.
Ein häufiger Kardinalfehler ist außerdem, dass viele Angestellten ihre Forderungen – oft unwissentlich – als Vorwürfe formulieren. Der Chef empfindet das als Angriff und bläst mit hoher Wahrscheinlichkeit zum Gegenangriff. Um das zu vermeiden, sollte das Problem sachlich und präzise formuliert werden. Erst dann ist es ratsam, das persönliche Befinden mitzuteilen und einen entsprechenden Wunsch zu äußern. Dabei ist auch zu bedenken, dass die Gestaltungsspielräume des Vorgesetzten beschränkt sind und er sich in einer „Sandwich-Position“ befindet – Druck von unten, Druck von oben!
Mitarbeiter sollten sich ihrer eigenen Stärken bewusst sein. Offen kommunizieren kann nur derjenige, dessen Selbstwertgefühl stimmt. Man darf sich weder als untergehendes Opfer noch als Konkurrent ansehen.
Warum sollte immer nur der Chef seine Mitarbeiter loben? Auch wenn es bei Vielen als Schleimerei verpönt ist, schadet es keineswegs, auch mal den Chef zu loben. Schließlich ist Wertschätzung der Schlüssel für ein offenes Miteinander.
Wenn man den einen oder anderen Ratschlag beherzigt, kann das Verhältnis zwischen Chef und Angestellten schnell viel besser werden.
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Beruflicher Wiedereinstieg - Kinderbetreuung sorgfältig planen
Viele Frauen kennen das: Die Kinder sind aus dem Gröbsten heraus und besuchen inzwischen die Schule oder den Kindergarten. Weil der Haushalt und die nachmittägliche Kinderbetreuung die Frauen nicht ausfüllt, und ein zweiter Verdienst der Haushaltskasse gut tun würde, denken viele Frauen in dieser Situation über den beruflichen Wiedereinstieg nach. Doch der Wiedereinstieg in den Job will gut geplant sein.
Zunächst einmal ist zu bedenken, wer sich in den Schulferien oder Kindergartenferien um die Kinder kümmert, wenn die Mutter ihrem Job nachgeht. Diese Frage sollte vor einer Bewerbung oder der Rückkehr an den alten Arbeitsplatz abgeklärt sein, denn hiernach fragen Personalchefs erfahrungsgemäß zuerst. Wenn Großeltern im selben Haushalt wohnen, und die Karriere der Frau durch Kinderbetreuung unterstützen, dann ist schon ein großer Schritt Richtung Rückkehr in den Job getan. Auch wenn keine Großeltern vorhanden sind, können sich vielleicht Nachbarinnen mit unterschiedlichen Arbeitszeiten bei der Kinderbetreuung während der Ferienzeit abwechseln. Wichtig ist, dass der Arbeitgeber bereits in der Bewerbung auf die vorhandene Kinderbetreuung hingewiesen wird. Wenn weder Nachbarn noch Großeltern während der Ferienzeit einspringen können, sollte man den Kontakt zu einer qualifizierten Tagesmutter in Erwägung ziehen.
Bei einer Rückkehr an den alten Arbeitsplatz nach der Elternzeit haben Eltern Anspruch auf einen Teilzeitarbeitsplatz. Dies soll sicherstellen, dass zumindest ein Elternteil Kind und Karriere unter einen Hut bringen kann. Doch wenn aus betrieblichen Gründen kein Teilzeitarbeitsplatz eingerichtet werden kann, wird es schwierig. Die Frau wird auf Jobsuche gehen und sich nach Jobs umsehen, die mit ihrer Rolle als Mutter vereinbar sind. Bei der Jobsuche sollten beispielsweise Jobs mit Gleitzeitarbeit oder Jahresarbeitszeitkonto besonders beachtet werden. Hier hat die Frau die Möglichkeit, die Lage der Arbeitszeit mit zu beeinflussen und gewinnt so in ihrem Job ein höheres Maß an zeitlicher Flexibilität. Ideal sind Arbeitgeber, die einen Betriebskindergarten oder Hort anbieten, in denen die Kinder während der Arbeitszeit der Mutter betreut werden können. Wenn die Kinderbetreuung im Betriebskindergarten oder Hort hochwertig ist, profitieren Mutter, Kind und Arbeitgeber gleichermaßen von diesem Angebot.
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