
Mit anonymen Lebensläufen gegen Diskriminierung?
Bei der Auswahl eines geeigneten Bewerbers spielen nicht nur berufliche oder schulische Qualifikationen eine wichtige Rolle. So machen viele Personaler häufig ihre Entscheidung vom Geschlecht, Alter oder Herkunft des Bewerbers abhängig. Riecht nicht unbedingt nach Objektivität. In Frankreich will man daher dieser Form der Diskriminierung mit anonymen Lebensläufen entgegentreten. Guter Ansatz, doch nicht wirklich viel versprechend.
Bis einschließlich April 2011 läuft in einigen Regionen Frankreichs das Pilotprojekt „anonyme Lebensläufe“. So sollen die Personaler mehr oder weniger gezwungen sein, Bewerber nicht nach Alter, Aussehen oder Geschlecht auszusortieren.
Entsprechend dürfen die Bewerber folgenden Daten im Lebenslauf weglassen:
Klingt auf den ersten Blick durchaus interessant. Scheinbar bekommt nun der Ende fünfzigjährige oder die alleinerziehende Mutter von drei Kindern endlich eine gerechte Chance, einen neuen Job zu bekommen. Aber ehrlich gesagt nur auf den ersten Blick.
Denn gewiefte Personaler können immer noch aus den verbleibenden Daten im Lebenslauf vermeidlich „diskriminierungssensitive“ Angaben finden. Denn Angaben zum Schul- und gegebenenfalls Studienabschluss, bisherige Arbeitsverhältnisse, Auslandsaufenthalte oder Sprach- und Computerkenntnisse müssen / sollten nach wie vor im Lebenslauf berücksichtigt werden. Für die Personaler ist es ein Leichtes, quasi zwischen den Zeilen weitere Rückschlüsse über den Bewerber zu gewinnen.
Das Alter kann man ganz einfach über den Schul- bzw. Hochschulabschluss erahnen. Und wer fließend exotische Sprachen spricht, gibt automatisch Aufschluss über seine Herkunft.
Zudem stellt sich die Frage, wie ein Unternehmen einen Bewerber zu einem Vorstellungsgespräch einladen will, wenn dieser nicht mal seinen Namen geschweige denn Telefonnummer im Lebenslauf hinterlassen muss. Und nicht längst jeder Franzose hat ein mobiles Telefon.
Letztendlich kann man sagen, dass anonyme Lebensläufe großer Quatsch sind. Denn irgendwann werden sich Bewerber und Personaler gegenüberstehen, wenn es beispielsweise zum Vorstellungsgespräch kommt. Spätestens dann ist man den Diskriminierungen ausgesetzt. Da wäre es zeitsparsamer, wenn man von vornherein abgelehnt wird.
© Jobsuche info 2011
Viele Menschen haben das Problem, dass es Abschnitte in ihrem Leben gibt, die sie ihrem zukünftigen Arbeitgeber lieber verschweigen möchten. Doch wo soll man hin damit? Am besten lässt man sie einfach raus – denn was der Personalchef nicht weiß, macht ihn nicht heiß. Aber halt – falsch gedacht!

Wenn Sie in Ihrem Lebenslauf zeitliche Lücken offen lassen, regt das eigentlich im Endeffekt nur die Phantasie der Personalchefs an. Die meisten Personaler haben einen Blick für solche Lücken und bemerken diese sogar, wenn sie einen Lebenslauf nur flüchtig überfliegen. Unweigerlich fragen sie sich, was so schlimm sein kann, dass man es verschweigen muss. Und da ja nicht dasteht, was Sie während dieser Zeit gemacht haben, bleibt viel Raum für Vermutungen. Und die sehen meistens nicht gerade positiv aus.
Sie haben sich nach dem Studium oder zwischen zwei Stellen einen längeren Urlaub im Ausland gegönnt? Sie haben sich eine berufliche Auszeit genommen? Stehen Sie am besten dazu! Es gibt keinen Grund, warum Ihnen eine Auslandsreise peinlich sein sollte. Schließlich haben Sie dabei auch Ihren Horizont erweitert und machen sich dadurch auch etwas interessanter.
Machen Sie sich immer bewusst, dass Sie im Normalfall spätestens im Vorstellungsgespräch danach gefragt werden, was Sie während dieser Zeitspanne gemacht haben. Wenn Sie erst jetzt mit der Sprache herausrücken, kann dies aussehen als würden Sie sich verteidigen. In vielen Fällen werden Sie es aber mit Lücken im Lebenslauf gar nicht erst in ein Vorstellungsgespräch schaffen. Dies liegt daran, dass die Personalchefs hinter einer Lücke einfach grundsätzlich etwas Negatives vermuten – etwas Positives müsste ja nicht verschwiegen werden.
Ihre Lücken im Lebenslauf können Sie mit ein bisschen Kreativität ganz leicht füllen. Oberstes Gebot ist dabei: Erfinden Sie keinesfalls berufliche Stationen, denn solche Lügen fliegen früher oder später immer auf und können dann sogar einen Grund für die Anfechtung Ihres Arbeitsvertrags darstellen.
Lücken im Lebenslauf lassen sich gut durch Weiterbildungszeiten ausfüllen. Sie haben während dieser Zeit vielleicht einen Sprachkurs absolviert oder eine Bildungsreise ins Ausland unternommen? Erwähnen Sie dies hier ruhig. Wenn Sie aktuell arbeitssuchend sind und dies bereits seit einer geraumen Zeit, sollten Sie Ihren Lebenslauf mit einer Beschreibung Ihrer Fähigkeiten und Erfahrungen beginnen. Auch relevante Weiterbildungen können hier genannt werden.
Sollte Ihr Lebenslauf – aus welchen Gründen auch immer – aussehen wie „Kraut und Rüben“, sollten Sie dem Personalchef Ihre Geschichte besser persönlich erzählen. Lassen Sie sich hierzu entweder direkt einen Termin geben oder sprechen Sie telefonisch mit ihm. So haben Sie die Chance, mögliche Vorurteile, die sich aufgrund Ihres Lebenslaufs ergeben würden, von vornherein auszuräumen.
© Jobsuche info 2011

Kreative Bewerbung nicht immer das Allheilmittel
Oftmals wird geraten, die Bewerbung möglichst kreativ, auffällig und neu zu gestalten. Schließlich will man aus der Flut der Bewerbung herausstechen und in Erinnerung bleiben. Doch eine kreative Bewerbung kann sich auch als Bumerang entpuppen und genau das Gegenteil bewirken.
Innovativ, frisch und einzigartig: Bewerber machen sich oft viel Mühe, um eine möglichst kreative Bewerbung einzureichen. Doch nicht immer ist Kreativität gleich mit Erfolg oder der Einladung zum Vorstellungsgespräch gleichzusetzen. Besonders traditionelle Unternehmen können witzigen, kreativen und bunten Bewerbungen mit einer sympathischen Idee nicht viel abgewinnen. Hier ist die klassische Bewerbung Trumpf!
Wann macht eine kreative Bewerbung Sinn?
Daher sollte jeder, der ein passendes Jobangebot gefunden hat, sich erst einmal fragen, ob es sich wirklich lohnt, die kreative Ader spielen zu lassen. Das hängt natürlich von der Bewerberstelle ab. Wer beispielsweise in der Werbung, Gastronomiebereich, Messe- und Ausstellungswesen, Verkauf oder der Internetbranche arbeiten will, kann mit einer kreativen Bewerbung durchaus punkten. Hier lohnt sich ein kreativer Text, Formatierung oder Verpackung der Unterlagen.
Eigenleistung statt Kopieren?
Doch dabei sollte man nicht gleich jede Idee unbedacht kopieren. Je öfter die Personaler eine besondere Idee in der Bewerbung wieder finden, desto schneller nutzt sie sich ab. Und schnell wird der Bewerber als Trittbrettfahrer identifiziert, jemand, der mit dem Strom schwimmt. Damit hinterlässt man keinen bleibenden Eindruck. Schließlich ist Kreativität auch immer mit Eigenleistung verbunden.
Und bei all der Kreativität sollte die Bewerbung niemals das Wesentliche aus den Augen verlieren. Informationen über ihre Person und Eigenschaften sind unabdingbar und können durch keine noch so kreative Bewerbung ersetzt werden. Die Bewerbung soll verdeutlichen, warum gerade sie für die Position die Idealbesetzung sind. Und das kann man in vielen Fällen mit Hilfe der eigenen Kreativität demonstrieren.
Also, nicht immer ist ein bunter Deckblatt oder auffälliges Design der Weg zum neuen Job. Erst abwiegen, ob eine kreative Bewerbung tatsächlich sinnvoll und überhaupt wünschenswert von Seiten des Unternehmens ist. Denn wie sagt man so schön: Manchmal ist weniger mehr! Und das trifft auch in der Gestaltung der Bewerbung zu.
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Lücken im Lebenslauf: Was tun?
Ein lückenhafter oder ungerader Lebenslauf ist keine Seltenheit. Gründe sind ein zu langes Studium, Arbeitslosigkeit, abgebrochene Ausbildung oder ein mangelnder Zusammenhang zwischen den einzelnen (beruflichen) Stationen. Fehlt der rote Faden und ist der Lebenslauf sehr ungerade, stehen die Chancen auf eine erfolgreiche Bewerbung eher schlecht. Wir haben ein paar Tipps, wie man einen lückenhaften Lebenslauf gestalten kann.
Auszeiten von zwei, drei Monaten sind kein Problem und müssen auch nicht aufgeführt werden. Besonders nach dem Schulabschluss, Wehr- oder Zivildienst oder Studium können immer mal Lücken entstehen. Doch wer anderweitig Auszeiten hat, kommt in Bedrängnis.
Graphisches Design muss überzeugen
Wer schon keinen 1A-Lebenslauf vorweisen kann, sollte einen umso größeren Wert auf das Design legen. Stillvoll und kreativ sind hierfür die wichtigsten Schlagwörter. Das fängt schon bei der Schriftart an. Spassschriften wie Wingdings oder Bimini haben in einem Lebenslauf natürlich nichts zu suchen. Bloß kein unnötiges Risiko eingehen und lieber die Klassiker à la Times New Roman oder Arial verwenden. Zudem sollte man sich gut überlegen, nur eine Word-Vorlage umzugestalten. Das machen eh schon viele Bewerber. Um sich abzusetzen, reicht das nicht aus.
Arbeitslosigkeit im Lebenslauf erwähnen
Zeitliche Lücken sind oft der Genickbruch bei der Suche nach einem neuen Job. Um das zu kaschieren, benutzen viele Bewerber lieber Jahreszahlen statt Monatsangaben. Doch das führt schnell zu Spekulationen, die sich nachteilig auswirken. Wer arbeitslos war, sollte diese Phase besser mit „arbeitssuchend“ oder „berufliche Neuorientierung“ beschreiben.
Zudem kann man jedem Bewerber nur den Tipp geben, bei der Wahrheit zu bleiben. Lücken im Lebenslauf werden gerne mit erfundenen Nebenjobs gefüllt oder vorherige Jobs werden in der Dauer gestreckt. Doch Lügen haben kurze Beine und wenn beim Bewerbungsgespräch detaillierte Fragen gestellt werden, kommt man ganz schnell ins Schwimmen.
Bewerbungsfoto: wichtig bei lückenhaften Lebenslauf
Generell kann dem Bewerbungsfoto im Lebenslauf ein hoher Stellenwert zugeschrieben werden. Besonders dann, wenn der Lebenslauf nicht wirklich vorzeigbar ist. Auch wenn professionelle Bewerbungsfotos nicht billig sind, sollte man das Geld investieren. Zumal die Bilder auch als JPG-Dateien für Online-Bewerbungen verwendet werden können, lohnt sich der finanzielle Aufwand. Der Bewerber sollte nebst seriöser bzw. zum Job angemessene Kleidung selbstverständlich auch sympathisch rüberkommen. Fotografen geben passende Tipps und immer dran denken: Bild schlägt Text!
Amerikanischer Lebenslauf bevorzugt
Berufserfahrungen sowie die Ausbildung (Schule, Studium oder Lehre) werden beim amerikanischen Lebenslauf chronologisch rückwärts aufgeführt. Die neuesten Erfahrungen oder Abschlüsse werden also als ersten aufgeführt.
Hobby im Lebenslauf: nicht unterschätzen
Das Thema Hobbys wird von vielen Bewerbern unterschätzt. Doch mindestens ein Hobby sollte aufgeführt werden, wobei man nicht vergessen darf, dass die Personaler dadurch Rückschlüsse auf den Bewerber ziehen. Jogger oder Leseratten werden gerne als Egoisten oder Eigenbrötler eingestuft – oftmals ohne Grund. Eine Mitgliedschaft in einem Sportverein kommt da schon viel besser an. Damit wird Teamfähig- und Geselligkeit assoziiert.
© Jobsuche info 2010
Berufseinstieg ohne Praktikum? Heutzutage wohl undenkbar. Doch Praktika stehen meist in einem schlechteren Ruf, als sie tatsächlich sind. Schließlich liegt es ja bekanntlich an jedem selbst, was er mit der sich bietenden Chance anfängt. Doch wie viele Praktika verträgt der Lebenslauf?

Wie viele Praktika verträgt mein Lebenslauf?
Wenn es mit der Festanstellung nicht auf Anhieb klappt, was derzeit aufgrund der Wirtschaftskrise fast normal ist, ist ein Praktikum eine passende Alternative. Die Unternehmen können von gut ausgebildeten Nachwuchskräften profitieren und die Praktikanten haben die Möglichkeit, am Ende der Hospitanz zumindest eine freie Mitarbeiterschaft einzusacken. Von dem Praktikanten-„Gehalt“ wollen wir an dieser Stelle aber nicht weiter reden.
Sich von Praktikum zu Praktikum zu hangeln, ist aber definitiv der falsche Weg, damit es endlich mit dem Job klappt. Irgendwann sollte man einen Schlussstrich ziehen. Denn schließlich ziehen auch die Personaler beim Anblick ihres Lebenslaufs Rückschlüsse, wenn sich nach dem Schul- oder Universitätsabschluss Praktikum an Praktikum reiht. Hier ist Vorsicht geboten.
Mehr als fünf unterschiedliche Praktika sollten es auf keinen Fall sein, die im Lebenslauf aufgeführt werden. Das könnte beim Jobeinstieg hinderlich sein, da man durchaus den Eindruck erweckt, man ist ziellos. Zudem könnte die Vermutung entstehen, dass man sich nicht an ein Unternehmen binden will.
Wer beruflich genaue Vorstellung hat, dem reichen in der Regel zwei Praktika aus, um wertvolle Informationen des bevorstehenden Arbeitsalltags und Basic-Wissen seiner Spezifikation in der Praxis für den neuen Job zu sammeln. Auch wer natürlich über das gute Vitamin B, B = Beziehungen, verfügt, kommt meist mit zwei Praktika aus.
Etwas komplizierter wird es dagegen beim unschlüssigen Berufseinsteiger, der vom künftigen Job noch keine konkrete Vorstellung hat. In diesem Fall ist es natürlich ratsam und legitim, mehrere Praktika zu machen. Und wenn es am Ende mehr als fünf werden sollten, ist es auch nicht ganz so schlimm. Dann einfach die besten fünf Praktika mit den besten fünf Zeugnissen in den Bewerbungsunterlagen aufführen.
Natürlich kann jeder so viele Praktika absolvieren wie er will, vorausgesetzt man hat die Zeit und ein paar finanzielle Ressourcen. Und ihr irgendwann klappt es dann auch mit der Festanstellung oder freien Mitarbeiterschaft.
© Jobsuche info 2009